Was bedeutet „Bio“? – Ein Überblick über die verschiedenen Bio- Siegel

EU Bio-Siegel

Das EU-Bio-Siegel ist seit dem 1. Juli 2010 für alle in der EU produzierten verpackten Bio Lebensmittel Pflicht.

Produzenten müssen auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichten. Die Tierhaltung muss artgerecht sein, das Futter aus biologischem Anbau stammen und Antibiotika dürfen nur zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Außerdem ist eine festgelegte Zahl Tier/m2 nicht zu überschreiten. Der Einsatz von Gentechnik ist untersagt und in jedem verarbeiteten Lebensmittel dürfen nicht mehr als 49 Zusatzstoffe enthalten sein.

Ein Erzeugnis darf das Bio-Logo tragen, wenn es mindestens 95 % der Vorgaben erfüllt. Die Produzenten werden jährlich überprüft.

Deutsches Bio-Siegel

Das deutsche Bio-Siegel wird seit 2001 vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft nach den Bestimmungen der EG-Bio-Verordnung vergeben. Es kennzeichnet Lebensmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau.

Bemerkenswert ist der Verzicht auf Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und Farbstoffe. Für die Fütterung von Tieren sind ökologisch angebaute Produkte vorgeschrieben, sowie ein weitgehender Verzicht auf Antibiotika.

Neben dem EU Bio-Siegel, welches ALLE Bioprodukte tragen müssen, gibt es noch die so genannten Bio-Anbauverbände. Die Bio-Anbauverbände verfolgen noch strengere Richtlinien als die EG-Öko-Verordnung vorschreibt!

Demeter

Die Demeter-Gemeinschaft wurde bereits 1924 gegründet und ist mittlerweile auf 5 Kontinenten vertreten. Grundlage sind die Kriterien einer biologisch dynamischen Landwirtschaft von Rudolf Steiner (Anthroposoph).

Der Betrieb wird als Kreislauf verstanden und bewirtschaftet und was verwendet wird muss vom Hof kommen. Es wird Wert auf eine naturnahe und wesensgerechte Bewirtschaftung von Boden und Lebewesen gelegt.

Das Demeter-Siegel ist nicht nur auf Lebensmittel beschränkt, sondern ist auch auf Kosmetika und Reinigungsmittel wieder zu finden. Demeter präsentiert einen hohen ökologischen Standard der weit über die gesetzlichen Anforderungen der EG Verordnung hinaus geht.

Bioland

Diesen Anbauverband gibt es seit 1976. In ihm haben sich Biobauern und Lebensmittelhersteller zusammengeschlossen.

Ein geschlossener Betriebskreislauf und eine nachhaltige ökologische und artgerechte Bewirtschaftung bilden die Arbeitsgrundlage. Dazu gehört auch eine naturheilkundliche Behandlung der zum Hof gehörenden Tiere und ein schonender Umgang mit dem Boden (nicht pflügen, nur lockern.) Der Standard von Bioland liegt ebenfalls über den Vorgaben der EG-Verordnung.

Naturland

Seit 1982 wird dieses Bio-Siegel für Lebensmittel, Holzprodukte und Textilien vergeben. Die Produkte unterliegen von der Erzeugung bis zum Verkauf hohen Standards, die über die EG-Öko-Verordnung hinausgehen.

GÄA e.V.

1989 in Dresden gegründet. Der Name bezieht sich auf die Erdmutter Gaja. Das Siegel kennzeichnet spezialisierte Betriebe für Kräuter-, Beeren- und Gemüseanbau, Saatgutvermehrung und Teichwirtschaft. Wichtig ist die Kombination aus alt und neu, Nachhaltigkeit und faire Handelsbeziehungen sowie Regionalität.

Die hohen Standards gehen über die EG-Öko-Verordnung hinaus.

Biopark

Der Biopark-Verband wurde 1991 gegründet. Der Schwerpunkt liegt auf ökologischer Fleischerzeugung. Kennzeichnend ist das z.B. das Tierfutter aus dem eigenen Betrieb kommt (geschlossenen Hofkreislauf). Teilweise werden auch Flächen in Naturschutzgebieten bewirtschaftet.

Es wird auf Gentechnik, Chemie und synthetischen Stickstoffdünger verzichtet, Leistungsförderer und tierisches Futter sind verboten. Auch bei diesem Label gehen die Richtlinien über die EG-Öko-Verordnung hinaus.

Ecovin (Bundesverband ökologischer Weinbau e.V.)

1985 von ÖkowinzerInnen gegründet. Es wird ökologischer Anbau nach EG-Verordnung garantiert. Besonderes Kennzeichen ist ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen (Wasser, Boden).

Literaturhinweise

https://www.klimakompakt.de/fileadmin/redaktion/Datei-downloads/Ernaehrung/Projektarbeit_Ein_Wegweiser_durch_den_Dschungel_der_Biolables_15903.pdf

https://eatsmarter.de/ernaehrung/news/bio-siegel

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/bio-fair-regional/labels/15583.html

RSS
Follow by Email